
Kurz gesagt
Agenturen, die „alles für alle“ anbieten, werden verglichen – meist über den Preis. Agenturen mit klarer Nische werden angefragt. Erfolgreiches Agenturmarketing beginnt deshalb mit Positionierung auf eine Branche oder ein Thema, belegt die Kompetenz mit Case Studies und erreicht Marketingleiter und Geschäftsführer über LinkedIn, Google und Partnernetzwerke. Projekte werden zu Jahresbeginn und im Herbst vergeben – im Spätsommer lohnt es sich, Pipeline aufzubauen.
- Website-Projekt
- 8–40 T€
- Kampagne
- 5–30 T€
- Retainer pro Jahr
- 18–90 T€
- Vergabezeiten
- Jahresbeginn und Herbst
Passend dazu: Branchen-Playbook Agenturen – Anzeigenbeispiele, Ideen & Wert-Rechner
Kennzahlen im Überblick
Typische Auftrags- und Umsatzwerte in der Branche – als Orientierung für Ihr Werbebudget. Die Werte schwanken je nach Region, Betriebsgröße und Angebot.
| Auftrag / Leistung | Typischer Wert |
|---|---|
| Website-Projekt | 8–40 T€ |
| Kampagne | 5–30 T€ |
| Retainer pro Jahr | 18–90 T€ |
Nachfrage im Jahresverlauf
Am stärksten gefragt: Januar, September, Oktober. Ruhiger: Juli.
Das Paradox der Agenturen
Agenturen helfen anderen, sich zu positionieren – und haben oft selbst keine klare Positionierung. Die eigene Website zeigt ein breites Leistungsspektrum, Referenzen aus allen Branchen und austauschbare Werte. Interessenten können nicht erkennen, warum gerade diese Agentur die richtige ist. Das Ergebnis: viele Pitches, viele Preisvergleiche, wenig Marge.
Nische als Wachstumsstrategie
Eine Nische kann eine Branche sein (Agentur für Handwerk, für Hotels, für Medizintechnik) oder ein Thema (Shopify-Agentur, Recruiting-Kampagnen, B2B-Leadgenerierung). Mit klarer Nische werden Sie gefunden, empfohlen und weniger verglichen. Sie können höhere Preise verlangen, weil Sie Erfahrung mitbringen, die andere nicht haben.
Case Studies statt Logo-Wand
- Ausgangslage und Ziel des Kunden
- Ihr Vorgehen in wenigen Schritten
- Messbare Ergebnisse mit Zahlen
- Stimme des Kunden
- Einblicke in die Zusammenarbeit
Der Weg zum Auftrag – Agenturen
- Auslöser – Eine veraltete Website, ein Relaunch, eine neue Produkteinführung oder Unzufriedenheit mit der bisherigen Agentur.
- Recherche – Marketingleiter und Geschäftsführer suchen Agenturen mit passenden Referenzen – häufig über Empfehlungen, Google und LinkedIn.
- Shortlist – Drei bis fünf Agenturen werden angefragt. Wer eine Spezialisierung hat, die zum Unternehmen passt, landet fast immer darauf.
- Pitch oder Workshop – Verständnis der Aufgabe, Ideen, Prozess und die Chemie mit dem Team entscheiden – selten der Preis allein.
- Zusammenarbeit – Gute Projekte führen zu Retainern, Folgeprojekten und Empfehlungen.
Schritt für Schritt zur Landingpage – Agenturen
- Nische und Zielgruppe in der Überschrift
- Case Studies mit Ausgangslage, Lösung und Ergebnis
- Prozess in Phasen mit Dauer
- Investitionsrahmen für typische Projekte
- Team mit Gesichtern und Rollen
- Erstgespräch oder Workshop online buchen
Die passenden Kanäle
- LinkedIn Ads und Inhalte für Marketingleiter und Geschäftsführer
- Google Ads für „Agentur für [Branche]“ und Themen Ihrer Nische
- Partnernetzwerke mit Softwareanbietern und Beratern
- Fachvorträge und Webinare in Ihrer Branche
- Ihre eigene Website als Beispiel Ihrer Arbeit
Anfragen bewerten: Lead-Scoring
Nicht jede Anfrage passt. Ein kurzes Formular mit Fragen zu Projektart, Budget, Zeitrahmen und Entscheidungsweg hilft, Anfragen zu bewerten. Ein einfaches Lead-Scoring zeigt, welche Anfragen Sie sofort anrufen und welche einen Standard-Ablauf bekommen. So investieren Sie Zeit in die richtigen Projekte.
Kundenbindung und Retainer
Neue Projekte zu gewinnen ist teuer. Ein Kundenportal mit Freigaben, automatisiertes Reporting und regelmäßige Strategiegespräche verwandeln Projekte in langfristige Retainer. Zufriedene Kunden sind auch die besten Empfehlungsgeber.
Timing
Projekte werden häufig zu Jahresbeginn und im Herbst vergeben. Im Spätsommer, wenn Budgets geplant werden, lohnt es sich, potenzielle Kunden mit Inhalten und Gesprächsangeboten anzusprechen.
Beispiel: Botschaften mit Nische
„Websites für Hotels, die Direktbuchungen bringen – 30 Projekte, messbar mehr Buchungen.“ Oder: „Die Shopify-Agentur für Modemarken – vom Relaunch bis zur Skalierung.“
Häufige Fehler
- Positionierung als Allrounder
- Logo-Wand statt Case Studies
- Teilnahme an jedem Pitch
- Keine Bewertung eingehender Anfragen
- Keine Strategie für Retainer
Inhalte für Google und KI-Suchen
Fachartikel zu Fragen Ihrer Nische – „Was kostet eine Hotelwebsite?“, „Shopify oder WooCommerce für Mode?“ – bringen passende Besucher und werden von KI-Assistenten zitiert, wenn Kunden nach einer Agentur suchen.
Praxisbeispiel: Eine Webagentur wird zur Spezialistin
Fiktives Beispiel: Eine Agentur mit zehn Mitarbeitenden baut Websites für Vereine, Handwerker, Startups und Industrie. Jedes Projekt ist anders, Preise werden ständig gedrückt, und die eigene Website zeigt eine bunte Logo-Wand ohne roten Faden.
Die Agentur entscheidet sich für eine Nische: Websites und Lead-Strecken für Maschinenbauer. Sie schreibt Case Studies mit Zahlen zu Anfragen und Bewerbungen, veröffentlicht Inhalte zu typischen Fragen der Branche und spricht Marketingleiter über LinkedIn an. Nach einem Jahr sind die Projekte größer, die Prozesse schlanker und die Margen besser. Anfragen kommen von Unternehmen, die gezielt eine Agentur mit Branchenwissen suchen.
Typische Einwände – und gute Antworten (Agenturen)
- „Eine andere Agentur ist günstiger.“ – Vergleichen Sie Leistungsumfang, Erfahrung in der Branche und Ergebnisse vergleichbarer Projekte statt Stundensätze.
- „Wir machen das lieber intern.“ – Zeigen Sie, welche Teile intern sinnvoll sind und wo Ihre Erfahrung Zeit und Fehler spart.
- „Wir hatten schlechte Erfahrungen mit Agenturen.“ – Fragen Sie nach den Gründen und erklären Sie, wie Ihr Prozess genau diese Probleme verhindert.
Besonderheiten – Agenturen
Agenturen kennen das Paradox: Sie machen Marketing für andere, aber selten für sich selbst. Volle Auslastung führt zu Pausen im eigenen Marketing, und wenn Projekte enden, fehlt die Pipeline. Kontinuität ist deshalb wichtiger als große Kampagnen. Eine klare Nische – nach Branche, Leistung oder Technologie – macht Empfehlungen einfacher und rechtfertigt höhere Preise. Case Studies mit Ergebnissen sind überzeugender als Logo-Wände, und ein transparenter Prozess nimmt Kunden die Angst vor Agentur-Projekten.
Checkliste – Agenturen
- Nische festgelegt
- Case Studies mit Zahlen
- Prozess beschrieben
- Investitionsrahmen veröffentlicht
- LinkedIn-Präsenz der Inhaber
- Regelmäßige Fachbeiträge
- Newsletter für Bestandskunden
- Feste Zeit für eigenes Marketing
- Nachfassen nach Pitches
- Kundenzufriedenheit abfragen
Bestandskunden ausbauen
Der einfachste Neukunde ist oft ein Bestandskunde mit neuem Projekt. Regelmäßige Strategiegespräche, Auswertungen und Vorschläge zeigen, dass Sie mitdenken.
Messbare Ergebnisse
Kunden wollen wissen, was ein Projekt bringt. Definieren Sie Ziele vorab und berichten Sie regelmäßig.
Partnerschaften
Kooperationen mit spezialisierten Agenturen erweitern Ihr Angebot und bringen gegenseitige Empfehlungen.
Die wichtigsten Kanäle für Agenturen im Überblick
Nicht jeder Kanal passt zu jeder Branche. Für Agenturen haben sich vor allem diese Kanäle bewährt – kombiniert, damit Interessenten Sie in jeder Phase ihrer Entscheidung finden: Marketingleiter und Geschäftsführer, die einen Partner für ein konkretes Projekt suchen – und zuerst prüfen, ob Spezialisierung, Referenzen und Arbeitsweise zu ihnen passen.
| Kanal | Aufgabe | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| LinkedIn Ads | Zielgenau nach Branche und Position | im B2B-Geschäft |
| Google Ads | Fängt aktive Nachfrage ab | wenn Kunden bereits suchen |
| Case Studies | Branchenspezifischer Kanal mit direktem Kontakt zur Zielgruppe | ergänzend zu Suche und Anzeigen |
| Partner-Netzwerke | Branchenspezifischer Kanal mit direktem Kontakt zur Zielgruppe | ergänzend zu Suche und Anzeigen |
| SEO & Local SEO | Dauerhafte Sichtbarkeit ohne Klickpreis | mittel- bis langfristig |
Suchbegriffe, mit denen Kunden Agenturen finden
Diese Suchanfragen zeigen, wonach Interessenten tatsächlich suchen. Ersetzen Sie [Stadt] durch Ihre Orte und legen Sie für die wichtigsten Begriffe eigene Seiten oder Abschnitte an. Ein guter Seitentitel wäre etwa „Agentur für [Ihre Nische] – Websites & Marketing aus [Stadt]“.
Beantworten Sie typische Fragen wie „Was kostet eine Website vom Profi?“ oder „Wie läuft ein Projekt mit Ihnen ab?“ direkt auf Ihrer Website, am besten mit einer kurzen Antwort zu Beginn. Genau solche Antworten zeigen Google und KI-Assistenten bevorzugt an.
| Suchbegriff | Passender Inhalt |
|---|---|
| agentur [stadt] | Leistungsseite mit Ort und Preisrahmen |
| webdesign agentur [nische] | Ratgeber mit kurzer Antwort und Beispielen |
| marketing agentur mittelstand | Ratgeber mit kurzer Antwort und Beispielen |
| website relaunch agentur | Ratgeber mit kurzer Antwort und Beispielen |
| agentur für [branche] | Ratgeber mit kurzer Antwort und Beispielen |
Sichtbar für Kunden, die Agenturen suchen
Eine typische Suche lautet „webdesign agentur [stadt]“. Ein Ergebnis mit dem Titel „Agentur für [Ihre Nische] – Websites & Kampagnen mit Ergebnis“ beantwortet auf einen Blick, was angeboten wird und wo. Daneben wächst die Zahl der Menschen, die ihre Frage einem KI-Assistenten stellen – zum Beispiel „Welche Agentur ist auf Websites für Handwerksbetriebe spezialisiert?“. Empfohlen werden Anbieter, deren Website, Google-Profil und Bewertungen konkrete, stimmige Antworten liefern.
Bewertungen sind dabei mehr als Sterne. Ein Satz wie „Haben unsere Branche sofort verstanden – die neue Website bringt jede Woche Anfragen.“ beantwortet genau die Fragen, die sich neue Kunden stellen. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine kurze Rückmeldung und antworten Sie persönlich.
Unser Praxistipp für Agenturen: Positionieren Sie sich auf eine Nische oder Branche. „Agentur für alles“ wird verglichen – „die Agentur für Ihre Branche“ wird angefragt.
Diese Fragen gehören ins Anfrageformular für Agenturen
Ein Formular ist Ihr erster Filter. Für Agenturen empfehlen wir diese sechs Fragen, die eine schnelle Einschätzung ermöglichen, ohne Interessenten abzuschrecken:
Jede Frage ist ein Filter: Sie senkt die Zahl der Anfragen ein wenig, verbessert aber deren Qualität deutlich. Prüfen Sie regelmäßig, welche Angaben Sie tatsächlich nutzen, und streichen Sie den Rest. Eine automatische Bestätigung nach dem Absenden zeigt Interessenten, dass ihre Anfrage angekommen ist.
- Welches Projekt steht an?
- Ziel und Zielgruppe
- Gibt es schon Material?
- Welcher Budgetrahmen?
- Bis wann soll es fertig sein?
- Kontakt für das Briefing
Rechenbeispiel: Was Marketing für Agenturen bringen kann
Wie viel ist ein Kunde für Agenturen wert, und wie viel Werbebudget ist sinnvoll? Die folgende Beispielrechnung nutzt die Standardwerte aus unserem Branchen-Playbook. Mit 1.500 € Budget und rund 180 € pro Anfrage entstehen etwa 8 Anfragen im Monat; davon passen rund 40 % wirklich, und bei einer Abschlussquote von 22 % werden daraus gut 0,7 Aufträge.
Hinzu kommt bei Agenturen oft ein Folgeumsatz – im Rechner als „Retainer pro Kunde und Jahr“ mit 6.000 € angesetzt –, der das Ergebnis je Kunde deutlich verbessert.
Wichtig: Es handelt sich um eine Modellrechnung mit typischen Durchschnittswerten. Ihre tatsächlichen Kosten pro Anfrage und Ihre Abschlussquote hängen von Region, Saison und Angebot ab. Messen Sie deshalb vom ersten Tag an, woher Anfragen kommen und welche davon zu Aufträgen werden. Mit dem Wert-Rechner im Playbook spielen Sie eigene Szenarien durch.
| Kennzahl | Beispielwert |
|---|---|
| Werbebudget pro Monat | 1.500 € |
| Kosten pro qualifiziertem Lead | 180 € |
| Anfragen pro Monat | 8,3 |
| Anteil qualifizierter Anfragen | 40 % |
| Abschlussquote | 22 % |
| Aufträge pro Monat | 0,7 |
| Durchschnittliches Projektvolumen | 12.000 € |
| Umsatz pro Monat | 8.800 € |
| Marge (nach Team & Freelancern) | 45 % |
| Rohertrag pro Monat | 3.960 € |
| Ergebnis nach Werbebudget | 2.460 € |
Was ein Kunde wert ist
Ein Website-Projekt für 25.000 € mit anschließendem Retainer von 2.000 € im Monat bringt über drei Jahre über 90.000 €. Wer diesen Wert kennt, investiert gezielter in Positionierung und Kundenbindung statt in jeden Pitch.
Automatisierung: Zeit sparen im Alltag von Agenturen
Gute Werbung füllt das Postfach. Damit daraus kein Engpass wird, helfen digitale Abläufe. Drei Beispiele, die sich für Agenturen bewährt haben:
- Kundenportal mit Freigaben: Entwürfe, Feedback und Freigaben strukturiert statt per Mail-Ping-Pong.
- Automatisiertes Reporting: Kampagnen- und Projektzahlen fließen automatisch in Reports – jede Woche ohne Handarbeit.
- Lead-Scoring für Anfragen: Budget, Branche und Zeitrahmen bewerten Anfragen automatisch – das Team spricht zuerst mit den besten.
Ihr Fahrplan
- Nische festlegen und Website darauf ausrichten
- Drei Case Studies mit Zahlen erstellen
- Formular mit Lead-Scoring einführen
- LinkedIn-Strategie für Ihre Zielgruppe starten
- Retainer-Angebote für Bestandskunden entwickeln

Häufige Fragen
Verliere ich mit einer Nische nicht Kunden?
Sie verlieren unpassende Anfragen und gewinnen passende Kunden, die besser zahlen und länger bleiben.
Was macht eine gute Case Study aus?
Ausgangslage, Vorgehen, messbare Ergebnisse und eine Stimme des Kunden.
Wie bewerte ich Anfragen?
Mit Fragen zu Projektart, Budget, Zeitrahmen und Entscheidungsweg und einem einfachen Punktesystem.
Lohnt sich LinkedIn für Agenturen?
Ja, besonders für B2B-Agenturen. Dort erreichen Sie Marketingleiter und Geschäftsführer.
Wie komme ich aus Pitches heraus?
Mit klarer Positionierung, Empfehlungen und einer Pipeline, die aus Inhalten entsteht.
Wie findet eine Agentur ihre Nische?
Schauen Sie auf Ihre erfolgreichsten und liebsten Projekte: Welche Branche, welche Leistung, welche Kunden? Dort liegt meist die beste Nische.
Wie oft sollte eine Agentur eigene Inhalte veröffentlichen?
Regelmäßigkeit ist wichtiger als Menge. Ein guter Beitrag alle zwei Wochen ist besser als zehn in einem Monat und dann Pause.
Lohnen sich Pitches?
Unbezahlte Pitches sind teuer. Viele Agenturen bieten stattdessen einen bezahlten Workshop als Einstieg an.
Nächster Schritt
Planbar neue Kunden gewinnen?Unser Neukunden-System verbindet Anzeigen, Landingpage und Nachfassen – messbar bis zum Auftrag.

Stephan Hochmuth
Inhaber & Geschäftsführer von PICONDA. Seit 2006 entwickelt er mit seinem Team Websites, Onlineshops und Automatisierungen für den Mittelstand, seit 2012 ist er Dozent und Speaker für Digitalisierung und KI. Mehr über PICONDA